Was ist Agility ???
Agility ist ein Geschicklichkeitslauf, bei dem der Hundeführer seinen Hund ohne Leine und Halsband einzig mit seiner Stimme, der Körpersprache und Sichtzeichen durch einen Parcours führt. Hierbei ist auf die festgelegte Reihenfolge der Hindernisse, die Zeit (je schneller, desto besser) und Fehlerfreiheit zu achten. Die Hindernisse bestehen aus Hürden, Tunneln, schmalen Stegen, Weitsprüngen, Slaloms und Wippen, welche in unterschiedlicher Kombination zueinander stehen.
Der Hund wird ohne Leine geführt und im Parcours darf man den Hund nicht mit der Hand berühren oder mit einem Leckerli beeinflussen. In einem Turnier führen diese Aktionen zu einer Disqualifizierung (kurz: "dis"). Um diesen Anforderungen gewachsen zu sein, ist eine solide Grundausbildung ( BH-Prüfung ) des Hundes, aber auch des Frauchens bzw. Herrchens unbedingt erforderlich.
In einem Turnier ist die Reihenfolge der Hindernisse durch Nummern festgelegt. Da Hunde in der Regeln nicht so gut zählen können, muss der Halter mitlaufen. Agility ist somit eine sportliche Leistung für Hund und Halter.
Vorbedingung
Voraussetzung für die Teilnahme an einem Agility-Turnier ist, dass der Hund jederzeit in der Hand des jeweiligen Hundeführers steht. Aus diesem Grund muss der Hund zuvor die Begleithundeprüfung bestanden haben. Die Ausbildung wird hier im Verein angeboten.
Für wen ist Agility ???
Agility ist im Prinzip für jede Rasse geeignet, für den Jack Russell-Terrier ebenso wie für den Deutschen Schäferhund. Allerdings sollte der Hund nicht gar zu klein oder zu gross und schwer sein.
Die Hunde sind je nach Größe in drei Klassen unterteilt: Mini (bis 34,99 cm), Midi (bis 42,99 cm) und Maxi (ab 43 cm).
Voraussetzung ist, und das versteht sich eigentlich von selbst, dass der Hund körperlich fit ist und weder an HD, ED noch an sonstigen Erkrankungen des Bewegungsapparates leidet.
Training
Im regelmäßigen Training wird bei uns die Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer gefestigt.
Zwei mal in der Woche werden viele erdenkliche Parcours-Situationen auf dem Trainingsplatz dargestellt. Die Teams durchlaufen anschließend diesen Parcours unter der Aufsicht eines Trainers. Sollte ein Fehler unterlaufen, oder der Führungsstil in den Augen des Trainers ungenügend sein, so wird der entsprechende Teil wiederholt.
Im Training wird hauptsächlich auf die Art der Hundeführung geachtet, da Fehler meistens durch - für den Hund - widersprüchliche Bewegungen des Führers verursacht werden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen: So haben einige Hunde auch Lieblingsgeräte, die bevorzugt überwunden werden. Oder einige Hunde machen sich einen sichtbaren Spaß daran, Kontaktzonen zu überspringen und Herrchen bzw. Frauchen zu ärgern.
Turniere
Vom Frühjahr bis zum Herbst werden sehr viele Turniere veranstaltet, in denen die Teams (Hund und Hundeführer) gegeneinander antreten. Auf einem Turnier starten bis zu 150 Teams in verschiedenen Klassen. Auf dem Turniergelände befinden sich neben den Teams, welche neben dem Turnierfeld ihre Zelte aufschlagen, noch Zuschauer. Der Hund darf sich während des Laufs nicht von seiner lebhaften Umgebung beeindrucken lassen.
Der Hindernisparcours ist beim Agility nie gleich. Anders als beim Schutzhundesport hat man als Agility-Hundesportler nämlich keine Möglichkeit, vorher zum Üben auf den jeweiligen Hundeplatz zu fahren. Man springt also immer „ins kalte Wasser“. Erst am Wettkampftag legt der Richter den Streckenverlauf, die Gerätetypen, die Reihenfolge der Hindernisse und die Zeit, in welcher der Parcours zu bewältigen ist, fest.
Der vom Richter festgelegte Parcours kann je nach Prüfungsstufe (A1, A2, A3) aus 12 bis 20 Hindernissen bestehen. Ein Hund beginnt zunächst mit der Prüfungsstufe A1 und arbeitet sich nach einigen Erfolgen in die nächst höhere Prüfungsstufe hoch. Neben den Prüfungsstufen gibt es im Agility Vereinsmeisterschaften, Landesmeisterschaften und nationale und internationale Meisterschaften.
Ablauf eines Prüfungslaufes
Nachdem der Richter mit den Parcourshelfern den Parcours aufgestellt hat, dürfen die Hundeführer den Parcours das erste Mal betreten. Diese "Parcoursbegehung" dauert 5 Minuten. In dieser Zeit muss der Hundeführer entscheiden, wie er seinen Hund im Parcours führen will und sich den günstigsten Weg durch den Parcours einprägen. Anschließend finden die Läufe statt, bei denen Zeit und Fehler beachtet werden. Es findet kein Testlauf statt.
Geschichte
Erstmals wurde Agility (zu deutsch "Behändigkeit, Gewandtheit") im Jahre 1977 als Pausenattraktion während der Crufts Dog Show in London vorgeführt. Seinerzeit zeigten englische Polizeihunde ihr Können an einem dem Pferdesport nachempfundenen Hindernisparcours. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Schutzdienstarbeit in England lediglich Diensthunden vorbehalten und so wurde Agility als neue Disziplin sofort in den Hundesport aufgenommen und weiterentwickelt.
Im deutschsprachigen Raum wurde Agility erstmals 1988 als neue Hundesportart akzeptiert. Die erste inoffizielle Agility-Europameisterschaft wurde anlässlich der Internationalen Hundeausstellung durchgeführt. Die Dachorganisation der Hundeverbände F.C.I. erkannte das von der Société Centrale Canine aus Frankreich erarbeitete Agility-Reglement im Jahre 1991 an. Dieses Reglement wurde mittlerweile überarbeitet.





